Definition
Was regelt die AMLR?
AMLR steht für „Anti-Money Laundering Regulation“ (Verordnung zur Bekämpfung der Geldwäsche). Dabei handelt es sich um eine EU-Verordnung, die im Rahmen des neuen EU-Geldwäschepakets verabschiedet wurde, um die Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsregeln in der EU stärker zu harmonisieren und verbindlich zu gestalten.
Während bisherige EU-Vorschriften im Bereich der Geldwäsche insbesondere auf Richtlinien (AMLD = Anti-Money Laundering Directive) basierten, greift die AMLR künftig mit unmittelbarer Wirkung in allen Mitgliedstaaten ohne nationale Umsetzung und schafft somit ein sogenanntes „Single Rulebook“ im Bereich der Geldwäscheprävention.
Zeitlicher Rahmen
Ab wann gilt die AMLR?
- Das EU-Geldwäschepaket inklusive AMLR wurde am 09. Juli 2024 beschlossen.
- Die AMLR wird ab dem 10. Juli 2027 unmittelbar wirksam sein (für viele der Verpflichteten).
- Einige Bestimmungen, z. B. in Bezug auf Zugriffe auf Transparenzregister, gelten bereits früher.
Qualified Trust Services, KYC und Berichtspflicht. In unserer Plattform werden alle Anforderungen der AMLR vereint.
Motivation
Was sind die Ziele der AMLR?
Die Einführung der Anti-Money Laundering Regulation (AMLR) verfolgt mehrere zentrale Ziele, die auf eine einheitlichere und wirksamere Geldwäscheprävention in der EU abzielen.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Reduzierung nationaler Unterschiede in der Umsetzung bisheriger Geldwäschevorschriften. Während die früheren Richtlinien (AMLD) von den Mitgliedstaaten individuell in nationales Recht übertragen wurden, schafft die AMLR nun einen EU-weit direkt geltenden Rechtsrahmen, der für mehr Kohärenz, Vergleichbarkeit und Rechtssicherheit sorgt.
Darüber hinaus führt die Verordnung strengere und einheitlichere Pflichten ein, etwa im Hinblick auf die Sorgfaltspflichten, die Identifizierung von Kunden und die Offenlegung wirtschaftlich Berechtigter. Unternehmen müssen künftig noch präzisere interne Prozesse zur Prävention, Überwachung und Meldung verdächtiger Aktivitäten aufsetzen. Zu diesen internen Prozessen gehören insbesondere strukturierte Risikoanalysen und kontinuierliche Prüfungen von Geschäftsbeziehungen. Systeme wie das Third-Party Risk Management sowie das automatisierte Sanctions Screening unterstützen Unternehmen dabei, Sorgfaltspflichten nach AMLR effizient und revisionssicher umzusetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erweiterung des Kreises der Verpflichteten. Neben den klassischen Finanzdienstleistern zählen künftig auch Krypto-Dienstleister, Händler von hochwertigen Gütern und weitere Berufsgruppen dazu. Zur besseren europäischen Koordination wird außerdem eine neue Aufsichtsinstanz geschaffen, die Anti-Money Laundering Authority (AMLA). Diese Behörde soll als übergeordnete Stelle die Aufsicht über nationale Behörden bündeln, grenzüberschreitende Risiken analysieren und bei systemischen Verstößen direkt eingreifen können.
Abgerundet wird der neue Regulierungsrahmen durch eine Verschärfung der Sanktionen, Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen, die sicherstellen sollen, dass Verstöße künftig EU-weit konsequent geahndet werden. Damit entsteht ein deutlich stringenteres und wirksameres System zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Vergleich
AMLR vs AMLD
Aspekt
Rechtsinstrument
AMLD (Directive)
Richtlinie (muss von Mitgliedsstaaten in nationles Recht umgesetzt werden)
AMLR (Regulation)
Verordnung (direkt anwendbar, keine nationale Umsetzung)
Aspekt
Flexibilität / nationale Abweichungen
AMLD (Directive)
Mitgliedstaaten hatten Spielräume bei Umsetzung, was zu Divergenzen führte
AMLR (Regulation)
Ziel ist größtmögliche Harmonisierungswirkung mit geringerem Spielraum
Aspekt
Rolle / Funktion
AMLD (Directive)
Legt Rahmenvorgaben, Pflichten und Mechanismen, insbesondere auch in Strafrecht, Meldewesen etc.
AMLR (Regulation)
Präzisiert und operationalisiert viele Pflichten, setzt verbindliche Standards, regelt Aufsicht und Durchsetzung
Aspekt
Zeitpunkt / Neuheit
AMLD (Directive)
Bis dato existierende AMLD-Richtlinien (z. B. AMLD4, AMLD5, und neu AMLD6)
AMLR (Regulation)
Neu eingeführte Verordnung im AML-Paket (Regulierung mit Wirkung ab 2027)
Aspekt
Verhältnis zueinander
AMLD (Directive)
AMLD6 bleibt bestehen und legt Vorgaben für nationale Mechanismen, strafrechtliche Aspekte, Registerstrukturen etc.
AMLR (Regulation)
AMLR ergänzt das AMLD6, setzt verbindliche Vorschriften für Verpflichtete, konkretisiert Richtlinienvorgaben, legt Aufsicht und Meldeprozesse fest
Aspekt
AMLD (Directive)
AMLR (Regulation)
Rechtsinstrument
Richtlinie (muss von Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden)
Verordnung (direkt anwendbar, keine nationale Umsetzung)
Flexibilität / nationale Abweichungen
Mitgliedstaaten hatten Spielräume bei Umsetzung, was zu Divergenzen führte
Ziel ist größtmögliche Harmonisierungswirkung mit geringerem Spielraum
Rolle / Funktion
Legt Rahmenvorgaben, Pflichten und Mechanismen, insbesondere auch in Strafrecht, Meldewesen etc.
Präzisiert und operationalisiert viele Pflichten, setzt verbindliche Standards, regelt Aufsicht und Durchsetzung
Zeitpunkt / Neuheit
Bis dato existierende AMLD-Richtlinien (z. B. AMLD4, AMLD5, und neu AMLD6)
Neu eingeführte Verordnung im AML-Paket (Regulierung mit Wirkung ab 2027)
Verhältnis zueinander
AMLD6 bleibt bestehen und legt Vorgaben für nationale Mechanismen, strafrechtliche Aspekte, Registerstrukturen etc.
AMLR ergänzt das AMLD6, setzt verbindliche Vorschriften für Verpflichtete, konkretisiert Richtlinienvorgaben, legt Aufsicht und Meldeprozesse fest
Die AMLD6 legt die nationalen Mechanismen und strafrechtlichen Vorgaben der EU-Mitgliedstaaten fest – etwa zum Aufbau von Registern und zur Strafverfolgung.
Die AMLR konkretisiert diese Rahmenvorgaben und macht sie unmittelbar verbindlich. Sie definiert klare Pflichten für Unternehmen, z. B. zu Identifikationsverfahren, Schwellenwerten und Meldepflichten.
Während die AMLD6 primär staatliche Strukturen betrifft, regelt die AMLR die praktische Umsetzung durch Verpflichtete. In Bereichen, in denen beide Regelwerke greifen, hat die AMLR Vorrang, da sie als Verordnung direkt gilt und keine nationale Umsetzung erfordert.
Insofern kann man sagen: AMLD und AMLR sind komplementär, aber mit unterschiedlichem Fokus und rechtlichem Gewicht. Die AMLD legt Rahmen und Staatenpflichten, die AMLR setzt verbindliche Standards für Verpflichtete und Aufsicht.
Kontakt
Wie können wir Sie unterstützen?
Sie haben Fragen, benötigen weitere Informationen oder interessieren sich für unsere Compliance Software Lösungen? Dann nutzen Sie unser Kontaktformular.
Sie haben Fragen, benötigen weitere Informationen oder interessieren sich für unsere Compliance Software Lösungen? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir freuen uns auf Ihre Anfrage.