Technologische Lösungen für LkSG-Compliance: Von Datenorganisation bis KI-Einsatz
In folgendem Interview mit dem Magazin “ESG – Zeitschrift für nachhaltige Unternehmensführung” erforscht Dr. Roman Zagrosek, wie technologische Lösungen die Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) unterstützen.
Von der Datenorganisation bis hin zur Risikoanalyse werden die Schlüsselrollen verschiedener Unternehmensbereiche in diesem Prozess betratchtet.
Compliance Solutions
Interview mit Dr. Roman Zagrosek, LL. M. (Berkeley)
Auf welche Weise unterstützen technologische Lösungen die Erfüllung der Vorgaben des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG)?
„IT-Lösungen fördern die Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), indem sie Daten organisieren und grundlegend für Geschäftsentscheidungen, Maßnahmenmanagement und Berichterstattung sind.“
Was ist bei der Einführung von Technologielösungen zu beachten?
„Bei der Implementierung von Technologielösungen ist es wesentlich, dass sie sich nahtlos in die vorhandenen Geschäftsprozesse einer Organisation einfügen und an deren spezifische Bedürfnisse angepasst sind, wobei bewährte, branchenübergreifende Komponenten als Ausgangspunkt dienen und ein intelligenter, risikobasierter Ansatz maßgeblich für den Erfolg ist.“
Auf welche Weise ermöglicht eine Technologielösung die effektive Implementierung eines risikobasierten Ansatzes?
„Ein risikobasierter Ansatz erfordert effektives Setzen von Prioritäten, wobei leistungsfähige Technologielösungen helfen, diese Prioritäten gemäß dem LkSG korrekt zu setzen und komplexe Geschäftsprozesse in nutzerfreundlichen, schrittweisen Workflows zu vereinfachen.
Diese Lösungen bieten automatisierte und anpassbare Schnittstellen, die die Notwendigkeit wiederholter Dateneingaben vermeiden und unterstützen ein agiles, kontinuierlich anpassbares Vorgehen.„
Wie kann der Gebrauch von Künstlicher Intelligenz (KI) helfen, die Vorgaben des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) umzusetzen?
„Künstliche Intelligenz (KI) wird in IT-Lösungen zur Erfüllung der LkSG-Anforderungen eingesetzt, indem sie große Datenmengen schnell verarbeitet, Muster erkennt und so die Risikoanalyse verbessert. Natural Language Processing hilft bei der Textauswertung, während Algorithmen unterschiedliche Schreibweisen von Geschäftspartnern korrekt zuordnen.
Jedoch sollte man realistisch bleiben und KI-Erwartungen mit Vorsicht betrachten, besonders bei der automatischen Identifikation von Hochrisikolieferanten. Transparente und interpretierbare KI-Modelle sind essentiell, um Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten und unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden. Die Kombination von KI mit menschlicher Expertise ist entscheidend, um effiziente Ergebnisse zu erzielen und Systeme fortlaufend zu verbessern.“
Welche Instanz in Unternehmen ist gewöhnlich federführend bei der Einführung von Technologielösungen, um den Anforderungen des LkSG gerecht zu werden?
„In der Praxis wird das Thema der LkSG-Umsetzung häufig von Compliance/ESG angeführt, unterstützt von der unternehmensinternen IT. Der Einkauf, obwohl hauptverantwortlich, sieht sich mit Herausforderungen wie Mehrarbeit und Bürokratie konfrontiert.
Daher ist eine ganzheitliche Compliance-/ESG-Strategie mit IT-Integration empfehlenswert, die eine umfassende Plattform für Compliance-Anforderungen wie Hinweisgebersysteme, Geschäftspartnerprüfung und Risikomanagement nutzt. Dies ermöglicht Synergien durch gemeinsame Datenbanken, einheitliche Berechtigungen, zentrales Reporting und Datenschutz sowie effizienten KI-Einsatz durch qualitativ hochwertige Daten.“